Historie
Der Schneiderhof wurde 1696 in Kirchhausen erbaut. Es handelt sich um ein Schwarzwaldhaus, ein Hochsäulenhaus der Vorbergzone.
Bis 1985 bewirtschaftete Fräulein Berta Schneider alleine den Hof. Aufgrund ihrer sparsamen und einfachen Lebensführung blieb der ursprüngliche Zustand des Anwesens fast ein Jahrhundert lang unverändert erhalten. Berta begnügte sich zeitlebens mit den Gegebenheiten ihrer Kindheit. "Mir längt's! 'S goht au soo!" Sie war mit sich und ihrer "immer kleiner werdenden Welt" zufrieden.
Das Anwesen befand sich jedoch mittlerweile in einem desolaten Zustand und so beschloss der Endenburger Ortschaftsrat bereits 1985, dass "das Gebäude im Hinblick auf seine Einmaligkeit und den kulturgeschichtlichen Wert der Nachwelt erhalten werden muss; ein entsprechender Verein soll gegründet werden". Das Landesdenkmalamt stufte den Hof als "Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung, an dessen Erhaltung ein gesteigertes öffentliches Interesse besteht" ein.
Berta Schneider verstarb 1986 im Alter von 91 Jahren.
1987 wurde der gemeinnützige "Verein zur Erhaltung des Schneiderhofes in Kirchhausen e.V." (über 300 Mitglieder aus der ganzen Region) gegründet, der noch im selben Jahr das Anwesen mit Hilfe eines zinslosen Darlehens der Gemeinde Steinen von der Erbengemeinschaft erwarb. In den folgenden 9 Jahren versetzte ein "harter Kern" des Vereins das baufällige Gehöft wieder in den ursprünglichen Zustand. Die meisten Arbeiten erfolgten in Eigenleistung (über 15.000 unentgeltliche handwerkliche Stunden), einiges bedurfte der Hilfe von Fachfirmen.
Heute vermittelt der Schneiderhof seinen Besuchern ein anschauliches Bild über die Lebens- und Arbeitsweisen unserer Vorfahren. Wenn der Gast über die Schwelle des Hauses tritt, fühlt er sich in frühere Zeiten zurückversetzt. Man hat den Eindruck, dass der Hof "lebt", und die Bauern nur gerade auf dem Feld sind. Der Schneiderhof ist bis ins Kleinste so eingerichtet wie zu Bertas Lebzeiten - nichts erinnert an ein Museum im üblichen Sinne!
In den vergangenen Jahren haben über 80.000 Gäste das Bauernhausmuseum besucht; es hat sich zu einem zugkräftigen Magnet für den Fremdenverkehr in unserer strukturschwachen Raumschaft entwickelt.
Der Schneiderhof ist im Dreiländereck "zum Begriff" geworden.